Gekürzte staatliche Förderungen lässt Modernisierungsbereitschaft sinken

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- Selten war es so unattraktiv zu modernisieren wie jetzt. Untersuchungen des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) zeigen, dass immer mehr Modernisierungen verschoben oder ganz aufgegeben werden. Grund dafür ist auch die wechselhafte Förderpolitik der Bundesregierung.      

  • Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.
  • Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.

Nur noch jeder dritte Eigentümer einer Bestandsimmobilie plant in nächster Zeit zu modernisieren. Das ergab eine repräsentative Umfrage des BSB. Zu Jahresbeginn waren es noch rund 50 Prozent.

Grund für den absteigenden Trend sind vor allem die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen. Über die Hälfte der befragten Selbstnutzer bewerten die staatlichen Förderbedingungen als schlecht. Das sind zehn Prozent mehr als zu Beginn des Jahres. Erst Ende Juli hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Fördersätze der KfW-Programme gekürzt.

BSB-Geschäftsführer Florian Becker stellt fest: „Die abrupte Kürzung der Förderungen für Gebäudesanierung schlägt direkt auf die Investitionsmöglichkeiten der Verbraucher durch. Die Regierung hat Selbstnutzern mit Modernisierungsabsicht mit dieser Aktion in Zeiten explodierender Preise und Darlehenszinsen den Boden unter den Füßen weggezogen. Der Einbau einer Wärmepumpe kostet nun nochmal bis zu 6000€ mehr.“ Modernisierungsvorhaben müssten in der Folge neu kalkuliert und geplant werden oder würden gänzlich aufgegeben.

Eine hohe Investitionsbereitschaft ist in vielen Fällen notwendig, um auf eine regenerative Energieversorgung umzusteigen. Nicht nur die Gerätepreise sind massiv gestiegen. Auch in die Gebäudehülle müsse vielfach investiert werden, bevor ein Austausch der Heizungsanlage Sinn ergibt. Knapp ein Drittel der Befragten gab in diesem Zusammenhang an, dass ihre Immobilie noch gar nicht die Voraussetzungen für einen Heizungstausch erfüllt. „Die Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich bis 2030 hängt von Millionen Einzelentscheidungen der Wohneigentümer zur energetischen Sanierung ab. Der Bund muss deshalb mehr Geld bereitstellen und einen Förderrahmen schaffen, der den Verbrauchern wieder Planungssicherheit verschafft. Nur so kann verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen und die notwendige Sanierungswelle angen werden“, so Becker.

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